Das Recht auf die eigene Identität

„Ich bin Kai!“ Eine Geschichte von K.C. (17 Jahre)

Das Rechte auf eine eigene Identität. Was bedeutet das eigentlich? Genau das habe ich mich gefragt und mich auf den Seiten Fachstelle Kinderrechte des Kreises Lippe, kinderrechte.gv.at und dem Bundesverfassungsgericht erkundigt.

Meine erste Frage war, was sind Kinderrechte eigentlich. Dazu habe ich auf der Seite Plan International Deutschland nachgeforscht und gelernt, dass Kinderrechte Grundlegende Rechte sind, die allen Kindern zustehen und das unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion und Hautfarbe.

Dann habe ich mich mit der Herkunft und Bedeutung des Ausdrucks „Identität“ auseinandergesetzt. Das Wort Identität kommt von dem Lateinischem Wort „idem“, was so etwas wie Vollkommene Gleichheit oder Übereinstimmung bedeutet. Im Deutschen bedeutet das Wort „Echtheit einer Person oder einer Sache“.

Aber dann kamen mir noch weitere Fragen in den Sinn.

Wer gibt mir überhaupt eine Identität?

Hierzu eine kleine Geschichte:

Ich sitze auf der alten Holzbank im Park, umgeben von den sanften Geräuschen der Natur. Die Vögel zwitschern, und die Blätter rascheln im Wind, doch in mir tobt ein Sturm. Ich schaue auf die Menschen um mich herum – Paare, die Händchen haltend spazieren gehen, Kinder, die fröhlich lachen, und Freunde, die sich angeregt unterhalten. Sie scheinen alle zu wissen, wer sie sind, während ich mich verloren fühle.


Mein Name ist Kai. Ein Name, der mir sowohl vertraut als auch fremd erscheint. Manchmal fühle ich mich wie ein Junge, der die Welt erobern will, und manchmal wie ein Mädchen, das in sanften Farben träumt. Doch in den meisten Momenten fühle ich mich einfach nur wie ich – und das ist das Problem. Wer bin ich wirklich?


Ich erinnere mich an die Tage in der Schule, als ich versuchte, mich in eine Schublade zu stecken. Die Lehrer fragten nach meinen Interessen, und ich antwortete mit den Dingen, die ich mochte, ohne darüber nachzudenken, ob sie „männlich“ oder „weiblich“ waren. Ich liebte es, mit meinen Freunden Fußball zu spielen, aber ich genoss auch die Zeit, die ich mit Malen und Basteln verbrachte. Die Blicke, die ich dafür bekam, waren oft verwirrend. Manchmal schien es, als müsste ich mich entscheiden, und das machte mir Angst.


Ich habe es versucht, mich zu definieren. Ich habe nach Labels gesucht, die mir helfen könnten, mich selbst zu verstehen. Non-binär, genderqueer, agender – all diese Begriffe schwirren in meinem Kopf herum. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fühle ich mich gefangen. Was, wenn ich mich für eines dieser Labels entscheide und es nicht das Richtige für mich ist? Was, wenn ich einfach nur Kai sein möchte, ohne eine Schublade?


Ich stehe auf und gehe ein paar Schritte, während ich über meine Gedanken nachsinne. Der Park ist voller Leben, und ich fühle mich wie ein Zuschauer in meinem eigenen Leben. Ich sehe ein kleines Mädchen, das mit einem bunten Drachen spielt. Sie lacht und tanzt, als der Wind den Drachen in die Höhe hebt. In diesem Moment wird mir klar, dass ich vielleicht nicht alles wissen muss. Vielleicht ist es in Ordnung, einfach zu sein, ohne mich ständig zu definieren.


Ich setze mich wieder auf die Bank und atme tief ein. Die Identitätskrise, in der ich stecke, ist nicht das Ende der Welt. Es ist ein Teil meiner Reise. Ich muss nicht sofort alle Antworten haben. Vielleicht kann ich einfach die verschiedenen Facetten von Kai erkunden, ohne mich in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen.
Ich lächle, als ich die Freiheit spüre, die in dieser Erkenntnis liegt.

Ich bin Kai – und das ist genug.

Diese Geschichte ist auch meine eigene. Die Suche nach dem eigenen Ich.

Aber eine Identität ist nicht nur Persönlich, man hat auch eine Soziale Identität. Diese Identität bildet sich im, wie der Name schon sagt, sozialen Umfeld. Da wo man aufwächst. Je nach Kultur und Umgebung wo man aufwächst ist auch die Soziale Identität eine andere. Zum Beispiel ein Kind was in einem Krisengebiet aufwächst hat eine andere Sicht auf Identität, als ein Kind was in Frieden und Sorglosigkeit aufwächst.

Aber wie wird diese Identität geschützt?

Die Identität eines jeden wird vom Staat geschützt und ist im Grundgesetz verankert. Unter Art.2 Abs.1 i.V.m., Art.1 Abs.1 GG

Skip to content