Ich schließe die Tür zu meinem Zimmer und setze Kopfhörer auf.
Musik an, Welt aus. Zumindest versuche ich es.
Ich tue so, als wäre ich nicht da, als würde mich das alles nichts angehen.
Aber egal, wie laut die Musik ist, ich höre es trotzdem.
Die Stimmen, den Streit, die Spannung in der Luft.
Manchmal nur gedämpft, manchmal ganz klar. Es findet seinen Weg zu mir.

In solchen Momenten fühlt sich mein Körper angespannt an.
Meine Hände sind verkrampft, mein Herz schlägt schneller. Ich sitze da und warte, dass es aufhört.
Dass wieder Ruhe einkehrt.
Doch selbst wenn es still wird, bleibt etwas zurück.
Die Angst verschwindet nicht einfach. Sie setzt sich fest in meinem Kopf, in meinen Gedanken, in meinem Gefühl von Sicherheit.
Viele denken, wenn Kinder oder Jugendliche nicht direkt angeschrien oder geschlagen werden, bekommen sie nichts mit. Aber das stimmt nicht.
Gewalt zwischen Eltern bleibt nicht unter ihnen. Sie erreicht uns trotzdem.
Sie verändert, wie wir uns fühlen, wie wir schlafen, wie wir über uns selbst und über Beziehungen denken.
Zuhause sollte ein Ort sein, an dem man sich sicher fühlt.
Wenn das nicht so ist, hinterlässt das Spuren.
Ich habe lange gedacht, ich müsste das aushalten.
Dass es nicht meine Sache ist. Dass ich mich einfach zusammenreißen soll.
Aber das stimmt nicht.
Niemand sollte mit dieser Angst allein bleiben müssen. Es ist okay, Hilfe zu brauchen. Es ist okay, darüber zu reden.
Und es ist wichtig zu wissen: Es gibt Menschen, die zuhören und unterstützen.
⚠️ Wenn es zu Hause weh tut, hol dir Hilfe: