„So wie du bist, bist du genau richtig!“ Kinder haben ein Recht auf eine eigene Persönlichkeit!

In der ersten Jahreshälfte gab es wieder zahlreiche Aktionen für Kinder und Eltern zu Kinderrechten, wovon wir 2 hier näher vorstellen wollen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr erste erfolgreiche Geschichten im Rahmen der Initiative „Wissensrakete für Kinderrechte“ präsentiert wurden, standen einige Aktionen wieder unter dem Motto: „Geschichten, die Kinder stark machen!“. Die teilnehmenden Kinder brachten zu den Geschichtenaktionen ihre Eltern oder Bezugspersonen mit, um gemeinsam in die Welt der Kinderrechte einzutauchen.

Mit einer traditionellen Kamishibai-Bühne von selbstgebauten Pappbühnen ergänzt, wurden die Geschichten lebendig. Die kreativen Kulissen und selbst erstellten Figuren holten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Anfang an als aktive Beteiligte mitten in das Geschehen. Zwei Geschichten standen im März und Juli im Mittelpunkt, um elementare Kinderrechte spielerisch zu vermitteln.

Die erste Geschichte handelte von Henry Hase, einem eigentlich fröhlichen und hilfsbereiten Hasenkind, das so begabt malen kann wie kein anderes in seiner Schulklasse. Wegen seines Knickohrs wird Henry jedoch immer wieder gekränkt und ausgegrenzt. Als ein großer Malwettbewerb ansteht, bei dem der nächste Osterhase ausgewählt werden soll, erreicht die Ausgrenzung ihren Höhepunkt, doch für Henry beginnt stattdessen ein ganz eigenes, unerwartetes Abenteuer. Die Geschichte thematisierte das Recht auf Teilhabe und Individualität und lud die Kinder dazu ein, gemeinsam zu überlegen, was Henry tun kann, wenn er ungerecht behandelt wird. Passend zur Geschichte gab es für alle Beteiligten eine süße Stärkung, denn hiesige Kindertagesstätte hatte extra für diesen Tag köstliche Plätzchen gebacken. Mutmachlied und Kreativaktionen luden weiterhin zur Auseinandersetzung mit Henrys Geschichte ein und die Kinder berichteten von eigenen Erfahrungen und hatten viele tolle Ideen dazu, wie mit Diskriminierung umzugehen ist.

Die zweite Geschichte drehte sich um die kleine Schnecke Schira, die das Recht jedes Kindes verkörpert, genau die Persönlichkeit zu sein, die man ist, ohne dafür verbogen oder niedergemacht zu werden. Schira besitzt die wunderbare Gabe, die Welt ganz aufmerksam zu betrachten und kleine Alltagswunder zu entdecken. Weil sie jedoch ihr ganz eigenes Tempo hat, reagieren ihre Mama und ihre Lehrerin manchmal ungeduldig. Auch einige Schulkameraden hänseln Schira aufgrund ihrer Langsamkeit. Im Laufe des Abenteuers passierte jedoch etwas Überraschendes, denn Schira gewann nicht nur neue Freunde, sondern erfuhr auch, dass ihre vermeintliche Trödelei in Wahrheit eine ganz besondere Stärke ist. Nur durch ihre Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft konnten die kleinen Ameisen gerettet werden, die in große Not geraten waren. Nach dieser Schneckengeschichte auf der Minibühne tauschten sich alle darüber aus, was echte Freundschaft bedeutet und warum es so wichtig ist, im Alltag Zeit zu finden und auch mal langsam sein zu dürfen. Zur Stärkung und passend zur tierischen Heldin durften sich die Kinder leckere, frisch gebackene Rosinenschnecken schmecken lassen.

Die beiden Mitmach-Aktionen sind eine gemeinsame Aktion der Fachstellen Kinderschutz und Kinderrechte des Kreises Lippe und der Stadtbücherei Julie Hirschfeld in Horn-Bad Meinberg.