Manchmal wird das Leben zu viel. Schule oder Ausbildung funktionieren nicht mehr wie gewohnt, der Rückzug nimmt zu, Ängste werden stärker oder es gibt Konflikte zu Hause. Vielleicht gibt es auch Gedanken, sich selbst zu verletzen oder nicht mehr leben zu wollen.
Nicht immer ist sofort klar, was dahintersteckt oder welche Hilfe die richtige ist.
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Lippe bietet deshalb eine niedrigschwellige psychiatrische Beratung für Jugendliche ab 16 Jahren an.
Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die psychisch belastet sind, sich in einer Krise befinden oder bei denen eine psychische Erkrankung droht oder bereits besteht. Auch Eltern, Bezugspersonen und pädagogische Fachkräfte können sich an uns wenden.
Kurz & unkompliziert
Für wen?
- Jugendliche ab 16 Jahren sowie Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte.
Worum geht es?
- Um psychische Belastungen, Krisen und die Frage, welche Unterstützung jetzt hilfreich sein könnte.
Was kostet die Beratung?
- Nichts. Die Beratung ist kostenlos.
Braucht es eine Diagnose?
- Nein. Auch wenn noch unklar ist, was genau los ist, kann eine Beratung sinnvoll sein.
Wie kann Kontakt aufgenommen werden?
- Telefonisch, per E-Mail oder persönlich während der Sprechzeiten.
Wo findet die Beratung statt?
- In der Rintelner Str. 83 (Verwaltung) in Lemgo. Bei entsprechender Situation sind auch Hausbesuche möglich.
Für Jugendliche
„Irgendwas stimmt gerade nicht.“
Manchmal lässt sich gar nicht genau sagen, was eigentlich los ist.
Vielleicht hat sich in letzter Zeit vieles verändert. Vielleicht fällt es schwer, morgens aufzustehen oder zur Schule zu gehen. Vielleicht werden Ängste, traurige Gedanken oder Streit zu Hause immer mehr.
Oder es gibt bereits Unterstützung, aber trotzdem ist nicht klar, wie es weitergehen soll.
Dann kann ein erstes Gespräch helfen, auch anonym und ohne deine Eltern oder Erziehungsberechtigten.
Dafür muss kein fertiger Plan vorhanden sein und es muss auch nicht schon feststehen, welche Erkrankung vorliegt.
Gemeinsam kann geschaut werden:
- Was belastet gerade?
- Was hat sich verändert?
- Was hilft bereits?
- Was wird zusätzlich gebraucht?
- Welche Unterstützung könnte passen?
- Wer kann dabei weiterhelfen?
Der Sozialpsychiatrische Dienst kann beraten, Orientierung geben und bei Bedarf den Weg zu weiteren Hilfen unterstützen.
Mögliche Themen
Eine Beratung kann beispielsweise bei folgenden Themen sinnvoll sein:
Psychische Belastungen
- depressive Stimmung und Antriebslosigkeit
- Ängste und starke Sorgen
- Essstörungen oder auffälliges Essverhalten
- Selbstverletzendes Verhalten
- sozialer Rückzug und Isolation
Krisen
- starke psychische Krisen
- Gedanken, nicht mehr leben zu wollen (z.B. Suizidgedanken)
- Situationen, in denen alles zu viel wird
Alltag und Umfeld
- Schwierigkeiten mit Schule, Ausbildung oder Arbeit
- Schulabsentismus
- Konflikte in der Familie
- Schwierigkeiten beim Übergang ins Erwachsenenalter
Sucht und Medien
- problematischer Konsum von Alkohol oder Drogen
- problematisches Computerspielen
- problematische Nutzung digitaler Medien
Diese Beispiele sind nicht abschließend.
Auch wenn ein Anliegen nicht genau in eine dieser Kategorien passt, kann eine Kontaktaufnahme sinnvoll sein.
Was passiert beim ersten Gespräch?
Der erste Kontakt muss nichts Großes sein. In einem ersten Gespräch geht es zunächst darum, sich kennenzulernen und die aktuelle Situation zu verstehen.
Gemeinsam wird geschaut, wie dringend die Situation ist, welche Unterstützung bereits besteht und welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten.
Das kann bedeuten:
Zuhören à Situation verstehen à Orientierung geben à passende Hilfe finden
Wenn eine andere Beratungs- oder Behandlungsstelle besser geeignet ist, unterstützen wir bei der Weitervermittlung.
Wenn bereits verschiedene Hilfen beteiligt sind, können diese, mit entsprechender Einwilligung und unter Beachtung des Datenschutzes, miteinander abgestimmt werden.
Vertraulich und niedrigschwellig
Die Beratung beim Sozialpsychiatrischen Dienst ist kostenlos und vertraulich.
Jugendliche ab 16 Jahren können grundsätzlich auch eine vertrauliche Beratung in Anspruch nehmen. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach der jeweiligen Situation und den geltenden rechtlichen Voraussetzungen.
Ein Termin ist wünschenswert, aber eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht zwingend erforderlich.
Während der Sprechzeiten mittwochs zwischen 14-15 Uhr kann auch persönlich in der Rintelner Str. 83 (Verwaltung) in Lemgo Kontakt aufgenommen werden.
Für Eltern und Bezugspersonen
Wenn sich ein junger Mensch psychisch verändert, ist das auch für Eltern und andere Bezugspersonen häufig eine schwierige Situation.
Vielleicht besteht Unsicherheit darüber, ob das Verhalten noch eine normale Entwicklungsphase ist oder bereits auf eine psychische Belastung hindeutet. Vielleicht wird Hilfe abgelehnt. Oder es gibt bereits mehrere beteiligte Stellen und niemand weiß genau, wie es weitergehen soll. Auch dann können Eltern und Bezugspersonen Beratung suchen.
Gemeinsam kann überlegt werden, wie die Situation eingeschätzt werden kann, welche Unterstützung möglich ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
Für pädagogische Fachkräfte
Pädagogische Fachkräfte erleben Jugendliche häufig in ihrem Alltag und bemerken Veränderungen teilweise frühzeitig. Ein Jugendlicher zieht sich zunehmend zurück. Der Schulbesuch wird immer unregelmäßiger. Eine junge Person wirkt dauerhaft niedergeschlagen oder ängstlich. Es kommt zu Selbstverletzungen. Oder es gibt Hinweise auf eine akute Krise.
Gerade dann stellt sich häufig die Frage: Was ist jetzt der richtige nächste Schritt?
Der Sozialpsychiatrische Dienst kann als fachliche Anlaufstelle dabei unterstützen, die Situation sozialpsychiatrisch einzuschätzen und gemeinsam nach geeigneten Hilfen zu suchen.
Eine Kontaktaufnahme kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn
- eine psychische Belastung vermutet wird,
- eine Situation schwer einzuschätzen ist,
- mehrere Hilfesysteme beteiligt sind,
- die bisherige Unterstützung nicht ausreicht,
- Schulabsentismus mit psychischen Belastungen verbunden sein könnte,
- eine Krise entstanden ist oder
- eine Weitervermittlung in geeignete Hilfen benötigt wird.
Ziel ist es, vorhandene Hilfen sinnvoll zu ergänzen, Orientierung zu schaffen und Unterstützung zu koordinieren.
Kontakt aufnehmen
Der Kontakt zum Sozialpsychiatrischen Dienst ist unkompliziert möglich:
📍 Persönlich: Rintelner Str. 83 (Verwaltung), 32657 Lemgo
📞 Telefon: montags bis freitags von 8-12 Uhr unter 05231/621228
📧 E-Mail: Jugendpsychiatrie@kreis-lippe.de
🕐 Sprechzeiten: mittwochs von 14-15 Uhr bei Frau Göke (05231/621229 oder a.goeke@kreis-lippe.de) ohne Anmeldung. Einfach vorbei kommen!
Eine vorherige Terminvereinbarung ist wünschenswert, aber während der Sprechzeiten grundsätzlich nicht zwingend erforderlich.
Hier gibt´s noch einmal die wichtigsten Infos im Flyer: