Nicht wegschauen: Warum Straßenkinder unsere Aufmerksamkeit brauchen

Am Internationalen Tag der Straßenkinder geht es um mehr als einen Gedenktag. Es geht darum, hinzuschauen. Auch dann, wenn es unbequem ist. Denn kein Kind und kein*e Jugendliche*r sollte ohne Schutz auf der Straße leben.

Was sind Straßenkinder?

Als Straßenkinder bezeichnet man Kinder und Jugendliche, die ganz oder teilweise auf der Straße leben. Manche schlafen dauerhaft draußen, andere wechseln zwischen Notunterkünften, Freund*innen oder öffentlichen Orten. Auch wer noch Kontakt zur Familie hat, lebt oft ohne ein sicheres Zuhause.

Warum werden Kinder obdachlos?

Die Gründe sind vielfältig und komplex. Häufig spielen Armut, familiäre Gewalt, Vernachlässigung, psychische Belastungen, Flucht oder fehlender Zugang zu Bildung eine Rolle.

Wichtig ist: Kein Kind entscheidet sich freiwillig für ein Leben auf der Straße.

Risiken für Minderjährige

Ohne Schutz sind Kinder besonders gefährdet. Sie erleben überdurchschnittlich oft Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch. Viele haben keinen Zugang zu Schule oder medizinischer Versorgung. Suchterkrankungen können entstehen oder sich verstärken, ebenso Beschaffungskriminalität, oft aus purer Not heraus.

Die globale Dimension

Weltweit leben schätzungsweise 80 bis 100 Millionen Kinder auf der Straße. Diese Zahl macht deutlich: Es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein massives Problem der Verletzung von Kinderrechten.

Und die Situation in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es Straßenkinder. Schätzungen gehen von mehreren Tausend betroffenen Kindern und Jugendlichen aus. Viele von ihnen sind sogenannte „Sofa-Hopper“. Sie haben keinen festen Wohnort und wechseln zwischen Bekannten, Notunterkünften und der Straße. Die Ursachen liegen häufig in familiären Konflikten, Gewalt oder fehlender Unterstützung.

Was Straßenkinder brauchen

Straßenkinder brauchen vor allem Schutz und Sicherheit, regelmäßigen Zugang zu Essen und sauberem Wasser, medizinische und psychische Hilfe sowie Bildung und Zukunftsperspektiven. Zentral ist ein sicheres Zuhause und das muss nicht die Herkunftsfamilie sein. Entscheidend ist ein Ort, an dem Kinder sicher sind und Unterstützung erfahren.

Hilfe ist ein Recht

Kinderrechte gelten überall. Jedes Kind hat Anspruch auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder Lebenssituation. Wegschauen ist keine Option.

Was wir tun können – und was der Staat tun muss

Jede*r Einzelne kann hinschauen, nachfragen, Anlaufstellen teilen und Betroffene ernst nehmen. Gleichzeitig ist der Staat in der Verantwortung: durch Prävention, sichere Unterkünfte, Schutz vor Gewalt sowie verlässlichen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Nicht irgendwann. Nicht für manche. Sondern jetzt. Für alle.