Kinderrechte klingen vielleicht erstmal nach etwas für kleine Kinder.
Spoiler: Sind sie nicht.
Denn Kinderrechte gelten für alle Menschen unter 18 Jahren. Also auch für dich.
Du hast Rechte. Nicht, weil Erwachsene sie dir großzügig geben. Sondern weil du sie hast.
Vielleicht kennst du das Gefühl: Erwachsene entscheiden etwas und du denkst dir: „Ähm … und was ist mit meiner Meinung?“
Genau hier kommen Kinderrechte ins Spiel.
Du hast zum Beispiel das Recht,
mitzureden, wenn es um Dinge geht, die dich betreffen,
deine eigene Meinung zu haben und sie zu sagen,
geschützt zu werden. Vor Gewalt, Ausgrenzung und anderen Dingen, die dir schaden,
privat zu sein und deine persönlichen Dinge zu schützen,
zu spielen, dich zu erholen und deine Freizeit selbst zu gestalten,
zu lernen und dich zu entwickeln,
so zu sein, wie du bist.
Dabei ist völlig egal, ob du laut oder leise bist, mutig oder manchmal unsicher, mit Rollstuhl unterwegs bist, eine andere Hautfarbe hast, anders denkst oder einfach deinen ganz eigenen Style hast.
Du musst nicht in irgendeine Schublade passen, um Rechte zu haben.
Deine Meinung zählt
Beteiligung bedeutet nicht: Erwachsene fragen dich nach deiner Meinung und machen danach sowieso, was sie wollen.
Wenn es um dich geht, soll deine Meinung gehört und ernst genommen werden. Je nachdem, worum es geht und wie alt du bist, kann deine Meinung unterschiedlich stark berücksichtigt werden.
Und ja: Du darfst auch sagen:
„Ich sehe das anders.“
Oder:
„Ich möchte, dass ihr mir zuhört.“
Oder einfach:
„Nein. Das möchte ich nicht.“
Deine Stimme muss nicht perfekt formuliert sein. Sie muss nicht besonders laut sein. Und du musst auch nicht immer sofort wissen, was du willst.
Kinderrechte sind kein Bonbon
Kinderrechte sind keine Belohnung dafür, dass du „brav“ bist.
Du musst dir deine Rechte nicht verdienen.
Du hast sie. Jeden Tag.
Und Erwachsene haben die Verantwortung, diese Rechte zu kennen, zu respektieren und dafür zu sorgen, dass sie umgesetzt werden.
Denn: Du bist nicht erst wichtig, wenn du 18 bist. Du bist jetzt wichtig.
Und was bedeutet das für dich?
Vielleicht gibt es gerade etwas in deinem Alltag, bei dem du denkst:
„Das ist unfair.“
„Da hört mir niemand zu.“
„Ich möchte selbst entscheiden.“
„Warum wird eigentlich über mich gesprochen, statt mit mir?“
Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Welches Recht steckt dahinter? Was brauchst du? Und wer kann dich dabei unterstützen?
Jetzt bist du dran! 🦁
Kennst du deine Kinderrechte?
Mach den Selbstcheck:
👉 Welches Kinderrecht ist dir besonders wichtig?
👉 Wo werden deine Rechte in deinem Alltag gut umgesetzt?
👉 Und wo müsste sich noch etwas ändern?
Sprich darüber. Mit Freund*innen, deiner Familie, in der Schule, im Jugendzentrum oder mit Menschen, denen du vertraust.
Denn Kinderrechte funktionieren nicht nur auf Papier.
Sie werden dann stark, wenn du sie kennst, wenn du sie einforderst und wenn Erwachsene dir wirklich zuhören.
Deine Rechte. Deine Stimme. Dein Leben.
Gut gebrüllt. 🦁
